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  • #521
    Elisabet Skorov
    Teilnehmer

    Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld und wie lange kann das Kurzarbeitergeld bezogen werden?

     

    #523

    Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt im Fall der Gewährung von Kurzarbeitergeld grundsätzlich 60 % der Nettoentgeltdifferenz im Anspruchszeitraum (mit einem Kind des Arbeitnehmers im Haushalt sind es sogar 67 %). Aufgrund der Corona-Krise beabsichtigt die Bundesregierung eine gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Danach sollen Mitarbeiter, deren Arbeitszeit um mindestens 50% reduziert ist, ab dem vierten Monat der Kurzarbeit Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 Prozent (bzw. 77 Prozent mit Kind) der Nettoentgeltdifferenz erhalten. Ab dem siebten Monat des Bezugs ist eine Erhöhung auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent mit Kind) geplant. Die Erhöhung soll bis zum 31. Dezember 2020 befristet sein.

    Das Kurzarbeitergeld wird zunächst durch den Arbeitgeber in Vorleistung gezahlt   und erst rückwirkend an den Arbeitgeber erstattet.

    Die gesetzliche Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld beträgt grundsätzlich 12 Monate. Aufgrund von außergewöhnlichen Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt kann die Bezugsdauer allerdings durch Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf bis zu 24 Monate verlängert werden. Eine solche Verlängerung wird aktuell diskutiert.

    Haben Sie weitere Fragen? Gerne können Sie uns direkt kontaktieren.

    Verfasst von: Marcus Iske, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Partner bei Fieldfisher

    #529
    Elisabet Skorov
    Teilnehmer

    Gibt es Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um Kurzarbeit im Unternehmen einzuführen?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monaten, 2 Wochen von Elisabet Skorov.
    #531

    Die Einführung von Kurzarbeit kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber angeordnet werden, da die Einführung von Kurzarbeit die vertraglichen Vereinbarungen über Arbeitszeit, Beschäftigung und Entlohnung geändert werden. Die Einführung von Kurzarbeit bedarf also einer rechtlichen Grundlage. Insofern kommen Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder individuelle Vereinbarungen mit einzelnen Arbeitnehmern in Betracht. Die Möglichkeit zur Einführung von Kurzarbeit durch eine entsprechende Änderungskündigung oder auf Basis von § 19 Kündigungsschutzgesetz im Fall von Massenentlassungen bleibt unberührt.

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    Verfasst von: Marcus Iske, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Partner bei Fieldfisher

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